Emile und Emilia

5. Band der Emilia-Buchreihe
CODI Verlag, ISBN 978-942312-29-5, 153 Seiten
Cover und Illustrationen: Gaby Hylla
Juli 2012



Zuwachs in Omas Garten! Der kleine Lockenkopf Emile erobert die Herzen der Wiesenbewohner und ganz besonders das von Emilia. Gemeinsam erleben sie Abenteuer mit Baldipurxx, dem Rosenwächter, entlarven den falschen Wurzelzwerg und reisen ins Tal
der verlorenen Kinder. Warum nur muss Emile dann ausgerechnet in Paris zur Schule gehen und Emilia nach Prag reisen? Emilias
Welt verändert sich und sie versteht die Sprache der Tiere nicht mehr gut. Doch ihre Freunde begleiten sie und auch die alten
Weggefährten wie Jinni, Kikki und Mucki lassen sie nicht im Stich und helfen ihr in der Not … wenn nun auch unerkannt.




Rezension von Frau DDr. Christine Michelfeit:

Emilia ist langsam zu einem Teenager herangewachsen, und so verändert sich in ihrem Leben auch einiges. Die Eltern spielen eine größere Rolle als in den früheren Büchern und wünschen sich, ihre Tochter wieder bei sich in ihrem neuen Haus zu haben. Emilia setzt es durch, doch noch eine Weile bei den Großeltern und in ihrem geliebten Zaubergarten bleiben zu dürfen, auch wenn der Zaubergarten immer mehr in den Hintergrund rückt, und ihr manchmal der Zugang zu den altbekannten Tieren verschlossen ist.
Dafür geschehen andere geheimnisvolle Dinge: Die Oma gerät beim Saubermachen einer alten Schmuddelecke  plötzlich in eine unterirdische Welt, wo sie ein kleiner Junge erwartet, der  sich als ihr Enkel Emile vorstellt. Da Oma aber eine bekannte Märchenerzählerin ist, weiß man eigentlich nie, ob Emile wirklich existiert oder nur ihrer Gedankenwelt entsprungen ist. Sein plötzliches Auftreten löst bei Emilia kein besonderes Erstaunen aus, ganz selbstverständlich beschützt sie ihren „kleinen Bruder“ spielt mit ihm, tröstet ihn, wenn er in dieser für ihn doch unbekannten Welt nicht zurechtkommt. Als er aus Angst vor dem ebenso unbekannten Kindergarten davonläuft und nicht zu finden ist, holt sich Emilia Rat bei ihrem Freund, dem alten Birnbaum, der weiß, dass Emile Zuflucht im „Tal der verlorenen Kinder“ gefunden hat. „Ein verlorenes Kind trägt einen unsichtbaren Mantel aus Tränen ….“, erklärt der Birnbaum und der Doktor Rabe weiß noch mehr: „Das Tal der verlorenen Kinder befindet sich im Weltraum - hier haben viele kleine Sterne eine Mulde gebildet und in diesem Sternenhimmel leben die verlorenen Kinder.“
Emilia bringt Emile wieder heim, wo er, das „Gedankenkind“, mit französischem Hintergrund, in einer realen Welt weiterlebt und glücklich ist.
Und Emilia? Plötzlich ist sie gerne bei den Eltern, und als ihr Vater  vorübergehend nach Prag versetzt wird, fährt sie mit in die Goldene Stadt, kehrt dann aber ebenso gerne wieder zurück zu den Großeltern. Das etwas komplizierte Generationenproblem löst sich, als die Eltern ein Haus in der Nachbarschaft kaufen und die ganze Familie in Zukunft  ganz nahe beisammen sein wird. Emile verschwindet wieder aus ihrem Leben, dafür bekommt Emilia ein wirkliches kleines Brüderchen, dessen Namen wohl jeder Leser erraten wird.
Soweit die Geschichte von Emile und Emilia, die wohl im Vordergrund steht -aber ganz verschwunden sind der Zaubergarten und seine Bewohner noch nicht, denn in ihm geschehen nach wie vor ganz besondere Wunder. Es treten auch neue Gestalten auf, wie Baldippurxx, der Rosenhüter, oder BIBA, der Biber, die sich gut mit dem Wurzelzwerg und dem ganzen Gefolge verstehen. Ihre Welt lebt weiter, wenn auch immer entfernter von Emilia. Als jedoch ihre Freunde die Existenz des Zaubergartens anzweifeln, bringen alle seine Bewohner das Kunststück zusammen, gemeinsam in die Schule zu marschieren und den Kindern zu beweisen, dass es sie immer noch gibt. 
Angelika Pauly überrascht wie immer mit ihrer unglaublichen Phantasie, mit der sie ihre Geschichten aus dem Ärmel schüttelt. Und man wartet gespannt darauf, wie es weitergeht, vor allem, weil ja aus Emilia auch schon eine kleine Schriftstellerin geworden ist. Wer immer auch die Serie fortsetzen wird, darf auf keinen Fall auf Gaby Hylla verzichten, deren farbenfrohe Illustrationen die Geschichten richtig lebendig machen.
Christine Michelfeit


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